Seit 1972 befragt die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ihre Mitglieder und wertet die Ergebnisse sozialwissenschaftlich aus. Auch in ihrer 4. Mitgliedschaftsstudie fragen die
EKD-Foscher was es für die Kirchenmitglieder bedeutet, der evangelischen Kirche anzugehören und wie sich Kirchenmitglieder von solchen Mitbürgern unterscheiden, die keiner
Religionsgemeinschaft angehören.
Eine der ersten Erkenntnissse der Mitgliedschaftsstudien war es, die distanzierte Kirchenmitgliedschaft nicht als ein defizitärer Modus gegenüber der engagierten, hoch verbundenen anzusehen
sondern ein eigenständiges, orginäres Kirchenverhältnis darstellt.
Die 4. Mitgliedschaftsstudie spricht von einer „relativen Stabilität“ der evangelischen Kirche. Es gäbe sogar einige Anzeichen leicht verstärkten Engagements. Jedoch seien im Zeitraum von 30
Jahren über 5,2 Millionen Menschen aus der Kirche ausgetreten. Unzweifelhaft sei, dass sich seit dem Traditionsknick der Jahre nach 1968 die sozialstrukturelle Differenzierung und zunehmende
Individualisierung in mehrfacher Hinsicht auf den Bereich des Religiösen niedergeschlagen habe. Auch die Teilnahmeformen am kirchlichen Leben hätten sich verschoben. Der regelmäßige,
gewohnheitsmäßige Gottesdienstbesuch ist für die Mehrheit zur Ausnahme geworden. Auswahl und Gelegenheit bestimmen zunehmend das Teilnahmeverhalten.
Auswertung und Zahlenmaterial sind als Download im Internet verfügbar.
Quelle: www.ekd.de